10.5.12

Von Jägern und Sammlern

Im Jahre 2009 erschien ein kleines Büchlein mit gerade mal 125 Seiten Umfang zu einem Verkaufspreis von 12,- Euro. Das ist für eine Kleinverlags- veröffentlichung durchaus angemessen. Das schmale Paperback erschien innerhalb der limitierten Edition Arkham im Basilisk Verlag in einer Auflage von nur 99 Exemplaren. 
Auch das ist nicht viel, doch der Autor des Bandes war von der Überlegung getrieben, dass das Buch ob des Themas ohnehin nur eine auserwählte Leserschaft ansprechen würde.  Lovecraft, Dagon und ein bisschen Kryptographie ... Diese Mischung ist zu speziell, um sich damit an einen großen Leserkreis zu wenden. Eine limitierte, liebevoll gestaltete Kleinauflage hat zudem auch ihren Reiz. Und das Gefühl, etwas zu schreiben, das bereits während des Schreibens im Vorverkauf ausverkauft ist, war eine gänzlich neue Erfahrung. 
Vielleicht ist das Buch deswegen so gut geworden, da ich mit dem Wissen schrieb, diese 99 Menschen nicht enttäuschen zu wollen. Nein - ich glaube, Dagons Erben ist deshalb so gut geworden, weil ich es so geschrieben habe, wie ich es schreiben wollte - und es war ein Stoff, den ich schon lange mit mir herumtrug. 
Auf jeden Fall erhielt es ein Jahr darauf die Auszeichnung "Bester Horror Roman deutschsprachig" (Vincent Preis 2009) und ich war völlig von den Socken. Mein erster Preis. Und das bei dieser Auflage ... Wahnsinn! 
Viele Leser fragen mich seitdem immer wieder, ob eine Neuauflage geplant ist oder ob ich noch Exemplare hätte. "Nein", ist meine Antwort stets. Ich habe selbst nur noch mein eigenes Belegexemplar. Ich verweise auf gewisse Auktionshäuser und antiquarische Händler und wünsche den Leuten Glück. Nun ist Dagons Erben einmal wieder bei einem dieser Online-Auktionshäuser aufgetaucht und ging für einen Preis weg, der sich gewaschen hat: 136,- Euro (zzgl. 1,40 Euro Versandkosten) .... !!!! 
Dass es Bücher gibt, die begehrenswert sind, weiß man. Ich selbst bin im Besitz einiger kostbarer Sammlerstücke, für die mich manch einer gerne erschlagen würde, nur um an das gute Stück zu gelangen. Das ich selbst aber eines Tages der Verfasser eines solchen Sammlerstückes bin, das hätte ich nie und nimmer für möglich gehalten. Phänomenal!
Ich beobachte derartige Auktionen auf jeden Fall mit gespanntem Interesse und wünsche all den Jägern und Sammlern da draußen viel Glück.

20.4.12

Novalis' Traum als eBook

Mein 2006 erschienener Band mit Erzählungen "Novalis' Traum" ist ab heute in einer zweiten, überarbeiteten Auflage als eBook erhältlich. Von heute ab wird es für ganze 5 Tage kostenfrei und exklusiv zum Download bei Amazon.de zur Verfügung stehen. Ab Dienstag dann wird der kostenlose Download eingestellt und das eBook zum regulären Preis von 2,90 Euro zu erwerben sein.

Selbstverständlich habe ich die Gelegenheit ergriffen, die schlimmsten Fehler der Printversion von 2006 zu beseitigen. Auch hat André Piotrowski als Lektor ganze Arbeit geleistet. Darüber hinaus habe ich mich bemüht, den ursprünglichen Charme des Bandes weitestgehend zu erhalten. Ich hätte auch alle Geschichten neu schreiben können, doch das würde den Sinn einer Neuauflage verfehlen.
Das Nachwort, das die Printversion ergänzte, habe ich herausgenommen. Ich bin davon überzeugt, dass die einzelnen Erzählungen auch für sich stehen können.
Hinzugefügt habe ich stattdessen die Erzählung "Novalis' Traum (Reprise)", die bereits für die Printversion geplant war, seinerzeit jedoch nicht rechtzeitig fertiggestellt werden konnte. Sie rundet das vorliegende Buch ab, ganz im Sinne der ursprünglichen Planung des Bandes - eine Arbeit, die bis ins Jahr 2005 zurückreicht.
Das Cover von Timo Kümmel ist auch neu.

Seit jeher faszinieren und beunruhigen Träume den Menschen. Im Traum begegnen uns Personen, die längst verstorben sind. Wir befinden uns unversehens in fernen Dimensionen. Fremde, unvorstellbare Wesen sprechen zu uns, und wir selbst sind im Besitz von Fähigkeiten, die uns im Wachen völlig unmöglich erscheinen. Würde uns jemand von real stattgefundenen Traumerlebnissen erzählen, so müssten wir an seinem Verstand zweifeln. Doch was würden wir nicht alles tun, um unsere Träume festzuhalten? Wie fängt man einen Traum? Angenommen, jemand würde eine Maschine bauen, mit der man Träume in die Wirklichkeit holen könnte; wie würde die erträumte Ewigkeit aussehen?

Tobias Bachmann hat in diesem Buch elf Traumgeschichten zusammengestellt. Albtraumgeschichten und Erzählungen über die Träumer selbst, führen dem Leser unter anderem vor Augen, wie man Träume fängt, wie man sich eine Traummaschine bastelt, wie man erträumte Insekten vernichtet, wie man weggeträumte Seelen befreit, wie man der Ewigkeit entkommt, oder wie man träumend seinen Nachtdienst verbringt.

Nur träumen müssen Sie noch selbst ... 

Folgt diesem Direktlink zur entsprechenden Amazon.de-Seite und holt Euch die eBook-Version von Novalis' Traum, erschienen im Atlantis Verlag.

27.3.12

Zwielicht 1 als eBook erschienen

Bereits seit Februar ist die von Michael Schmidt herausgegebene Anthologie "Zwielicht" (Auftakt der gleichnamigen Anthologiereihe bei Eloy Edictions) nunmehr als eBook neu erschienen. Die Paperbackversion ist bereits seit 2010 vergriffen. Wer das Buch seinerzeit verpasst haben sollte oder aber seinen eReader damit bestücken möchte, der hat nunmehr die Gelegenheit.
ZWIELICHT
Dämmriges Licht, verschwommene Konturen. Die Realität hat einen Riss. Aus ihr heraus treten fünfzehn Geschichten: Zum Nachdenken anregend, beängstigend, erschreckend.
Unter anderem in diesem Band die Erzählung KALEIDOSKOP DER SEELE, die diesem Blog und dem gleichnamigen Band gesammelter Erzählungen (erschienen 2008 im Atlantis Verlag) den Namen gab. In meinem Buch "Kaleidoskop der Seele" ist die Titelgeschichte nicht enthalten, sondern vorerst nur in dieser, hier beworbenen Anthologie. Das mag etwas verwirrend erscheinen, wurde an anderer Stelle jedoch schon einmal ausführlich erklärt. Egal. Die Story ist toll. Lest sie. Holt euch dieses eBook für nur 3,83 Euro bei Amazon fürs Kindle.

16.1.12

Neues Interview

Heute ist ein neues Interview auf Literra.info online gegangen, dass Alisha Bionda kurz vor Weihnachten letzten Jahres mit mir geführt hat.
Themenschwerpunkt sind allgemeine Gedanken über das Schreiben, sowie natürlich der im September 2012 bei Fabylon erscheinende Sherlock Holmes Roman, den Sören Prescher und ich derzeit gemeinsam schreiben.
Als erstes Lebenszeichen im neuen Jahr ist ein solches Interview doch eine feine Sache, denke ich mir.
Von daher wünsche ich viel Spaß bem Lesen.
Demnächst wieder etwas mehr.
Auf bald.

24.12.11

Weihnachten in Sagunth

Ich wünsche an dieser Stelle all meinen Leserinnen und Lesern ein fröhliches Weihnachtsfest 2011 und einen guten Rutsch ins kommende Jahr.
Die letzten Wochen waren bei mir noch hübsch stressig, wie es wohl immer so ist, je näher Heiligabend naht. Den größten Stress erlebt jedoch Norbert Müller, Protagonist meiner neuesten Weihnachtsstory: "Heiligabend in Medusalem", die ich seit heute exklusiv auf meiner Homepage als pdf zum Download anbiete.
Wer den Direktdownload bevorzugt, kann auch gleich diesen Link hier wählen: Heiligabend in Medusalem.pdf
Ich wünsche viel Spaß beim Lesen, frohe, ruhige und besinnliche Festtage und nochmals einen guten Rutsch.
Herzlichst
Tobias Bachmann

27.11.11

Das Medaillon aus der Zeit: bei Cthulhu Libria

"Viele Geschichten werden von der Zeit überholt und geraten in Vergessenheit", schreibt Eric Hantsch, Herausgeber des E-Zines CTHULHU LIBRIA in seinem Vorwort zu meiner Story: DAS MEDAILLON AUS DER ZEIT, betont jedoch, dass eben jene Erzählung "diesem Prozess erfreulicherweise entronnen" sei.
Tatsächlich erschien meine Story das erste Mal im Jahre 1998 in der von Jörg Kleudgen herausgegebenen Anthologie ARKHAM - UND ANDERE ORTE DES GRAUENS, erschienen in dem seinerzeit als Geheimtipp geltenden Kleinverlag Goblin Press. Die Geschichte selbst ist jedoch viel älter. Das genaue Entstehungsdatum lässt sich gar nicht mehr eroieren: Ich schrieb seinerzeit noch auf einer elektronischen Schreibmaschine. Für den Abdruck in Jörgs Anthologie schickte ich ihm das Manuskript noch per Post, denn weder Jörg noch ich verfügten über eine e-Mail Adresse. Kaum zu glauben, aber so war das damals. Jörg versah den Text mit Anmerkungen und sandte ihn auf dem Postweg an mich zurück. Ich tippte das ganze noch mal ab und er wiederum scannte den Text Seite für Seite ein, um ihn dann in seinem Computer in das Buchmanuskript einfügen zu können. Das Buch selbst fertigte Jörg in einem Copyshop an.
Das fertige Produkt in den Händen zu halten war etwas magisches. Etwas besonderes. DAS MEDAILLON AUS DER ZEIT war neben meiner Novelle STEINE und dem einen oder anderen Abdruck in einer Schülerzeitung meine erste Veröffentlichung. Die Anthologie erschien in einer Auflage von 100 Stück.
Als ich Jahre später mit Markus K. Korb an unserem Gemeinschaftswerk DAS ARKHAM-SANATORIUM feilte, und nach geeigneten Erzählungen suchte, die innerhalb unserer konzipierten Rahmenhandlung funktionieren würden, fiel mir DAS MEDAILLON AUS DER ZEIT wieder ein. Ich veränderte den Text grundlegend. Ich hätte ihn eh abtippen müssen, da es keine computerisierte Version davon gab, weshalb ich beschloss, dass ich die ganze Geschichte auch gleich neu schreiben könnte. Somit handelt es sich bei dem gleichnamigen Text aus dem ARKHAM-SANATORIUM zwar um die selbe Geschichte, jedoch wird diese anders erzählt.
Vor ein paar Wochen erst, bekam ich von Eric nun die gezielte Anfrage, ob er die Originalstory in seiner nächsten Ausgabe des CTHULHU-LIBRIA bringen dürfe. Ich dachte zunächst, er meinte die Version aus dem ARKHAM-SANATORIUM ... doch dann erinnerte ich mich daran, dass beide Texte nicht mehr viel gemein hatten. Eric betonte, dass es ihm darum ginge, eben jene ursprüngliche Version dem Leser zugänglich zu machen.
And that's it! "Ein Frühwerk, dessen naiver Charme vom Leser die Ergänzungen etlicher Lücken erfordert und das sowohl mangels Schlüssigkeit, als auch stilistisch sicher nicht an seine Novelle STEINE heranreicht", schrieb Jörg seinerzeit im Vorwort zur Arkham-Anthologie. Doch genau diesen naiven, ursprünglichen Charme suchte Eric, und ich bin ihm dankbar dafür, dass die Erzählung nach 13 Jahren einmal mehr den Leser erreichen kann.
Die Ausgabe 39 von CTHULHU LIBRIA kann kostenlos als pdf bei LITERRA heruntergeladen werden, oder alternativ bei CTHULHUS RUF.

3.11.11

Halloween - Nachlese

Der Abend des 30. Oktober 2011 war kalt und neblig. Nicht viele Menschen verirrten sich in den kleinen mittelfränkischen Ort, um einer Lesung mit schaurigen Geschichten zum bevorstehenden Halloween-Fest beizuwohnen. Doch immerhin: Der Autor zählte 35 Gäste. Und von diesen erhielt er im Anschluss an die Lesung ausnahmslos positive Resonanz.
Nein wirklich: es war ein außergewöhnlicher Abend, nicht nur für mich als Vortragenden. Erstmals habe ich mit Soundschnipseln als musikalische Zwischeneinschübe nach den Geschichten gearbeitet. Das kam gut an, bot dem Publikum Zeit zum verschnaufen und mir selbst die Gelegenheit, einen Schluck Wasser zu trinken. Die Veranstaltung dauerte insgesamt bis 21:00 Uhr, wobei ich zwei Pausen eingeplant hatte, in denen das Publikum sich etwas zu essen oder zu trinken bestellen konnte.
Auf vielfachen Wunsch habe ich mich zwar bemüht, eine halbwegs vernünftige Aufnahme der Veranstaltung zustande zu bringen, doch da ich gerne bei gedämpftem Licht vortrage, ist das Videomaterial leider zu dunkel geraten. Die alleinige Tonqualität klingt auch nicht sauber genug, was jedoch darauf zurückzuführen ist, dass als Aufnahmegerät einzig ein handelsüblicher Camcorder vorhanden war. Meine Stimme hallt etwas und klingt dadurch auf der Aufnahme leicht blechern.
Damit man sich dennoch einen kleinen Eindruck über die Atmosphäre der Lesung verschaffen kann, habe ich die kürzeste Geschichte des Abends hergenommen und mit einem Equalizer leicht bearbeitet. Das Ergebnis ist zwar noch immer nicht optimal, doch handelt es sich ja auch nicht um eine professionelle Veröffentlichung, sondern vielmehr um eine Art Schnappschuss:
Bei dem Auszug aus der Lesung handelt es sich um die Kurzgeschichte "Der warme Schal" aus meinem Buch "Kaleidoskop der Seele", erschienen im Atlantis Verlag.
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Immerhin: Mein Interesse ist geweckt, eine halbwegs passable Aufnahme einiger meiner Geschichten zu realisieren. Näheres hierzu an dieser Stelle, sobald es nennenswerte Fortschritte gibt.